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Relocation Service Agenturen regeln von der Wohnungssuche bis zum Möbeltransport
"Alles war schon geregelt, als wir nach Berlin kamen. Die Umzugsagentur hatte ein Konto eröffnet, die Wohnung ausgesucht und Telefon beantragt. Unsere Möbel kamen in einem Container hinterher", erzählt Björn Sellert (53). Der Schwede zog vor vier Jahren nach Berlin, weil er einen Job als Salesmanager in einem Biotechnologie-Unternehmen angenommen hatte. "Wir kannten uns in Berlin überhaupt nicht aus, wussten nicht, wo wir wohnen und einkaufen sollten", so seine Frau Anne. "Darum haben wir eine Relocation Service Agentur beauftragt, den Umzug für uns zu regeln".
Relocation Service Agenturen sind mehr als nur Möbelspeditionen. Sie organisieren und koordinieren auf Wunsch auch den Transport und das Ein- und Auspacken der Möbel. Im Wesentlichen kümmern sie sich aber darum, dass ihr Kunde Zeit spart. Sie nehmen ihn in der neuen Stadt an die Hand, zeigen ihm seinen Arbeitsplatz, den Kindergarten, die Schule den Supermarkt. Suchen eine passende Wohnung, verhandeln den Mietvertrag, kümmern sich um die Übergabe. Besorgen ein Bankkonto, Telefonanschluss, Strom und Wasser. Für Ausländer, die nach Deutschland kommen, kümmern sie sich auch um die Arbeitserlaubnis und Aufenthaltsgenehmigung und machen die Kunden mit den deutschen Gepflogenheiten in interkulturellen Trainings bekannt. Doch das hat seinen Preis. Komplettangebote kosten mehrere tausend Euro. Dabei unterscheiden sich die Preise der Anbieter enorm. Vergleichen lohnt also.
Wer die Kosten scheut und mehr Zeit investiert, kann natürlich auch billiger umziehen. Neben dem do-it-yourself-Umzug bleibt noch der Auftrag an eine Möbelspedition. Nachteil: Sie verpacken nur den Hausrat, transportieren ihn in die neue Stadt und packen ihn wieder aus. Zeitintensive Arbeiten wie Wohnungssuche und Behördengänge bleiben am Umziehenden hängen. Der Vergleich ist auch bei den Speditionen wichtig: "Die Preise können sehr unterschiedlich ausfallen", weiß Reinhard Müller, Geschäftsführer beim Bundesverband Möbelspedition. Sie seien abhängig von der Lage der Wohnungen, den Regionen, der Entfernung, der Menge und der Art des Hausrats und auch vom Umzugsdatum. "Ab dem 25. eines Monats sind Umzüge immer teurer", so Müller, "denn da wollen alle umziehen". Auch im Juli und August zahle man mehr, weil viele in den Sommerferien umziehen um die Kinder nicht im Schuljahr aus der Klasse zu reißen.
Natürlich kann man den Umzug auch komplett selbst machen. Doch Müller gibt zu bedenken: "Die meisten verschätzen sich schon bei der Größe des Transportwagens". Laien könnten nicht so gut packen. Häufig müsste dann mehrmals gefahren werden. Das geht zwar, wenn man nur kurze Strecken zwischen den Wohnungen zurücklegen muss, aber nicht bei großen Distanzen. Außerdem kostet jeder Kilometer bei einem geliehenen LKW zusätzlich und auch die Benzinkosten summieren sich. Hinzu kommt, dass der Hausrat nicht versichert ist, wenn Freunde beim Umzug helfen. Geht also der Fernseher oder die teure Vase zu Bruch, muss der Umziehende dafür selbst aufkommen. Bei einer Spedition sind die Sachen versichert.
Umzugsstress lässt sich auch komplett vermeiden. Wer unter der Woche in einer anderen Stadt arbeitet und am Wochenende zuhause ist, kann bei einer so genannten Mietmöbel-Agentur Lampen, Betten, Schränke und Geschirr leihen. Justus Bierich, Geschäftsführer von Home Interior Rent in Köln, richtet Wohnungen nach dem Geschmack der Auftraggeber ein. "Wir nehmen Aufträge ab einem Warenwert von etwa 2.000 Euro an", erklärt er. Die Miete beträgt dann monatlich 3,5 Prozent des Wertes - in diesem Fall 70 Euro. Am Ende der Laufzeit kann der Kunde die Möbel übernehmen. 75 Prozent der gezahlten Miete wird dann auf den Preis angerechnet.
Egal ob Zweitwohnung mit Mietmöbeln oder Umzug mit Spedition: Das Internet erleichtert einiges. Bei der Deutschen Post lässt sich im Netz ein Nachsendeantrag stellen. Die Telekom hält online Ummeldeunterlagen bereit. Auch einige Städte ermöglichen es, sich über das Internet ab- und anzumelden. Und www.ich-zieh-um.de übermittelt auf Knopfdruck bis zu 900 Kooperationspartnern die neue Adresse des registrierten Nutzers - der Bausparkasse, der Krankenversicherung oder dem Internet-Betreiber. Der Nutzer muss nur auswählen, wem die Daten geschickt werden sollen. Mit diesen Möglichkeiten wird umziehen richtig bequem. Fast so wie für das Ehepaar Sellert in Berlin.
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