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Josef Ackermann in Kölner UniversitätZum zehnten Mal geht an der Kölner Uni der "World Business Dialogue" über die Bühne Eines dürfen seine Leute nicht vergessen. "Ackermann hat immer Vorfahrt", sagt Jens Schäperclaus, "und auch jede andere VIP-Kolonne mit Polizeischutz". Er spricht in Hörsaal XII a der Kölner Universität zu 30 Studenten, die freiwillig als Chauffeure arbeiten werden. Nach den Vorfahrtsregeln wird auf dem Parkplatz noch das professionelle Öffnen der Türen geübt. Schließlich soll nichts schiefgehen, wenn diese Woche prominente Firmenlenker wie Deutsche-Bank-Chef Joseph Ackermann, Postbankchef Wulf von Schimmelmann, Metro-Chef Hans-Joachim Körber oder Allianzvorstand Paul Achleitner nach Köln kommen. Die Spitzenmanager fahren zum "World Business Dialogue". Der Kongreß wird alle zwei Jahre an der Kölner Universität von Studenten ausgerichtet. Im Jahr seines zehnten Geburtstages steht der Wirtschaftstreff unter dem Motto "Transforming the Company - How to Faces Dynamic Forces". Der Kongreß am 6. und 7. April wird von knapp 30 Kölner Studenten monatelang ehrenamtlich vorbereitet. Rund um den Kongreß selbst helfen noch mal 250 Freiwillige. Ihre Initiative nennt sich Organisationsforum Wirtschaftskongreß (OFW). Die Studenten - hauptsächlich Betriebs- und Volkswirtschaftler - stemmen das komplette zweitägige Kongreßprogramm mit Podiumsdiskussionen, Workshops und Vorträgen. Außerdem das Catering, den Aufbau, den Fahrdienst und ein Galadinner. Vor allem aber überzeugen sie in langwierigen Telefonaten prominenten Redner aus der Wirtschaft zum Auftritt. "Die Dame im BBDO-Vorzimmer hat uns erst mal ausgelacht, weil wir Andrew Robertson haben wollten", erzählt Thomas Krakau aus dem OFW-Team 2005. Aber die Studenten ließen nicht locker und schließlich sagte der Präsident und CEO von BBDO Worldwide ein paar Wochen später doch noch zu. Auch die Teilnehmer - 300 Studenten aus aller Welt und 300 Unternehmensvertreter - wählt das Organisationsteam aus. Die Spitzenstudenten aus 70 Nationen qualifizierten sich über einen Essaywettbewerb. Das OFW-Team übernimmt dann die Reisekosten, auch wenn sie aus Asien oder Indien kommen. Insgesamt verfügen die Organisationsstudenten über ein Budget von einer halben Mio. Euro, finanziert durch Sponsoren und die Eintrittgelder der Unternehmer. Diese zahlen im Schnitt 1200 Euro für eine Karte. "Wir sind die ersten, die ein Vollsponsoring von Coca-Cola bekommen haben", jubelt BWL-Student Krakau. Alle vorherigen Jahrgänge bekamen nur die Hälfte. "In den OFW-Büros war es zwar extrem chaotisch, aber die unglaubliche Energie hat mich beeindruckt", erinnert sich Arik Meyer. Heute ist er Chef einer Internetplattform für Hörbücher. Als Student organisierte er die Kongresse 1993 und 1995 mit. Das Wort "Karrierebeschleuniger" mag Meyer in diesem Zusammenhang nicht hören, auch wenn die OFW-Erfahrung dem BWLer später im Job geholfen hat. In den OFW-Büros am Kölner Barbarossaplatz geht es auch heute chaotisch zu. An den Wänden hängen Flipcharts, auf denen die Namen von Wirtschaftsbossen und Wissenschaftlern stehen. Im Flur stapeln sich Köln-Führer neben Ausdrucken vom Kongreßprogramm und Umhängebändern für die Sicherheitsausweise. Mittendrin stehen die "Talking Heads"-Skulpturen, die der Künstlervater einer Studentin für den Kongreß gesponsert hat. Ständig klingelt irgendwo ein Telefon. "Daniel, Clement bietet uns ein Grußwort an. Kriegen wir das noch unter?", ruft eine Studentin Daniel Kruse, dem PR-Mann des OFW zu. Der 25jährige fällt mit seinem Magisterstudium der Fächer Politik, Theaterfilm- und Fernsehwissenschaften sowie Völkerkunde etwas aus der Reihe. Seit Monaten sitzt er jeden Tag von morgens bis abends im OFW-Büro, das laufende Semester hat er - wie die meisten hier - schon abgeschrieben. "Wir arbeiten jetzt durch, irgendwann ist das auch egal", sagt er. Sein jüngster Erfolg: Die Deutsche Welle wird dreimal am Tag live vom Kongreß berichten. Vor 20 Jahren gründeten Christian Rast und Uwe Berg den Kölner Kongreß um mehr Praxisbezug ins BWL-Studium zu bringen. Die Arbeit beim OFW bringt die Studenten weiter, auch wenn sie dabei nichts verdienen, meint Rast. "Die Studenten managen ein komplexes Gebilde und lernen, wie motiviere ich Leute für mich zu arbeiten", sagt der 42jährige. Weitere nützliche Links: |
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