Trotz gelungenem Börsengang wächst die Skepsis bei Lanxess
Chemiekonzern kämpft mit Altlasten
Wackelige Neuemission: Während der ehemalige Mutterkonzern Bayer nach der Ausgliederung gut da steht, hat Börsenneuling Lanxess mit den Altlasten zu kämpfen. Obwohl der Leverkusener Chemie- und Kunststoffkonzern knapp drei Monate nach dem
Börsengang mit knapp 17 Euro immer noch deutlich über dem Wert der Erstnotiz von 15,75 Euro liegt, bleiben Analysten skeptisch. Die bereits vorliegenden Kernzahlen für das Geschäftsjahr 2004 konnten sie nicht überzeugen. Der viertgrößte deutsche Chemiekonzern schloß nach einem schwachen vierten Quartal mit Steigerungen bei Umsatz und Ergebnis. Die Erlöse kletterten um sieben Prozent auf 6,77 Mrd. Euro und das Ebitda verdoppelte sich fast auf 447 Mio. Euro. Operativ blieb Lanxess jedoch in den roten Zahlen. Von den Spartenergebnissen, die am Dienstag bei der Bilanzvorlage bekannt gegeben werden, erwarten Analysten keine Überraschungen.
Interessant bleibt, ob Lanxess-Chef Axel Heitmann schon zum ersten eigenständigen Quartal in 2005 Prognosen abgibt. Die Aktionäre wollen auch wissen, wie es mit dem Sparkurs sowie der Restrukturierung bei Feinchemie und Styrenic Resins weiter geht. Die aktuelle Ankündigung die Papierchemie abzustoßen, wurde von Analysten positiv aufgenommen. "Lanxess wird durch den Verkauf der Papierchemiesparte mehr an Form gewinnen und Nettofinanzschulden abbauen", meint Andreas Heine von der Hypo-Vereinsbank. Lanxess legten nach der Nachricht an der Börse zu. Auch Analyst Heine hob sein Kursziel von 13 auf 14,50 Euro an. Dennoch hält er die Chemie-Aktie für einen "Underperformer".
Die Analysten der Deutschen Bank trauen dem Börsenneuling zwar einen langfristigen Kurs von 15 Euro zu, bewerten den Titel aber nur mit "Verkaufen". Es sei unwahrscheinlich, daß Lanxess seine Margenziele erreichen werde. Zwar werde das Management die Kosten senken, aber der Konzern sei auf erhebliche Unterstützung durch den Markt bei Mengen und Preisen angewiesen. Ganz anders interpretiert Lutz Grueten von Kepler Equtities die Restrukturierungspläne. Er traut den Leverkusenern erhebliche Zuwächse bei Ergebnis und Bewertung zu. Grueten hob seine Empfehlung von "Reduzieren" auf "Kaufen" an und hält sogar ein Kursziel von 21 Euro für möglich.
Weitere nützliche Links:
Kapital durch Börsengang
Neuemission - Börsenlexikon
(Artikel von: 24.08.2005, linpan)