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Es geht bergauf! - Finanzierung innovativer Unternehmen„Existenzgründer mit einer lebendigen Vision, das sind die Unternehmer, denen ich helfen möchte“, sagt Hans-Otto Becker, Business Angel. In dieser Funktion wurde er zum Engel des Jahres 2003 gewählt. Seine Erklärung für die Auszeichnung: „Ich habe ein Unternehmen übernommen, das ein anderer Business Angel fallen lassen wollte, weil er mit den Ergebnissen nicht zufrieden war. Heute schreibt es schwarze Zahlen“. „Existenzgründer mit einer lebendigen Vision, das sind die Unternehmer, denen ich helfen möchte“, sagt Hans-Otto Becker, Business Angel. In dieser Funktion wurde er zum Engel des Jahres 2003 gewählt. Seine Erklärung für die Auszeichnung: „Ich habe ein Unternehmen übernommen, das ein anderer Business Angel fallen lassen wollte, weil er mit den Ergebnissen nicht zufrieden war. Heute schreibt es schwarze Zahlen“. Die Finanzierungs-Engel werden aktiv bei Investitionssummen bis höchstens zwei Millionen Euro. Die kleinste Summe, die sie pro Unternehmen investieren, liegt zwischen 25.000 und 50.000 Euro, im Schnitt bei etwa 170.000 Euro. Vorteil für den Existenzgründer: Er bekommt Kapital, das er über die Bank wahrscheinlich nicht bekommen würde. Nachteil: „Der Unternehmer ist nicht mehr alleiniger Herr im Haus. Das darf man bei einer Business Angel-Finanzierung nicht verschweigen“, so Roland Kirchhof. „Wer alleine das Sagen haben möchte, wird mit dieser Finanzierungsart nicht glücklich“. Es gibt aber auch Business Angels, die sich so weit wie möglich aus allem heraushalten. Hans-Otto Becker ist einer von ihnen: „Ich coache nur“, sagt er. „Meine Unternehmer sollen das Heft selbst in der Hand halten“. Wie wichtig ein Coaching sein kann, verdeutlicht Andreas Stütz, Vorstand der Friendlyway AG in München. Das Unternehmen gibt es seit 1998. Auch er ist den klassischen Weg gegangen: erst Unterstützung durch Business Angels, dann Venture Capital, also Risiko- oder Wagniskapital. „Das Netzwerk der Investoren ist sehr hilfreich“, sagt er. „Ebenso ihre Kontakte und Ratschläge. Es ist in wirtschaftlich schwierigen Zeiten nicht einfach, den richtigen Weg zu gehen. Da ist es besser, wenn sich mehrere Köpfe darüber Gedanken machen, was richtig sein könnte“. Dag Neumeuer, Geschäftsführer von Merge Optics in Berlin, hat auch nur gute Erfahrungen mit seinen Geldgebern gemacht: „Meine Investoren lassen mir viel Freiheit“, sagt er. „Ich hatte bisher nur faire Partner“. Neumeuer ist ebenfalls über die erste Finanzierungsphase mit Business Angels hinaus. Er hat sein Unternehmen 2000 gegründet - mit Seed Capital aus Taiwan. Dann kamen zu den nächsten Finanzierungsrunden Venture Capital (VC) Geber dazu. Sie steigen in ein Unternehmen ein, das nicht mehr in der ganz frühen Gründungsphase ist und einen höheren Kapitalbedarf ab etwa einer Million Euro hat. Ende der 90er Jahre bis etwa 2000, also in der Boomphase der New Economy, war es noch relativ einfach, an Risikokapital zu kommen. Heute sieht das anders aus, weil viele Investoren eine Menge Geld verloren haben. „Kapitalgeber fragen derzeit viel. Sie sind gründlich und nehmen sich Zeit“, weiß Patrick Meininger, Investmentmanager bei Wellington Partners, einem VC-Geber in München. Rainer Mauer von Equity Plus, ebenfalls in München, berät Unternehmen zu Finanzierungsfragen. „Risikokapital wird zurzeit zurückhaltend verteilt“, weiß er. „Ein Unternehmen, das VC möchte, hat gute Karten, wenn es aus der IT- oder Medizintechnologie-Branche kommt“, erklärt er. Holger Frommann, Geschäftsführer des Bundesverbandes deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften, ergänzt: „Auch Bio- und Kommunikationstechnologie-Unternehmen oder Existenzgründer im Lifescience-Bereich finden Investoren. Das sind die maßgeblichen Branchen für die Zukunft“.
Doch selbst wenn ein Unternehmer in einem erfolgversprechenden Bereich arbeitet, ist es schwierig, an VC zu kommen. Guido Meis, Geschäftsführer von Keyowa in Köln: „Es ist viel Zeit ins Land gegangen, bis wir den richtigen Kapitalgeber gefunden hatten. Jetzt haben wir einen, der uns gute Konditionen geboten hat.“ Genau das ist das Problem vieler Unternehmensgründer: Denn Risikokapital gibt es in Deutschland – aber die Bedingungen um es zu bekommen sind für viele inakzeptabel. Marion Schink, Geschäftsführerin des Bundesverbandes junger Unternehmer, erklärt das Spannungsfeld: „VC-Geber sind in erster Linie gewinnorientiert. Die persönlichen Schicksale spielen für sie eine untergeordnete Rolle.“ Die Investoren wollten immer mehr Teile des Unternehmens haben. „Folge: Ganz schnell ist man nur noch angestellter Manager des Risikokapitalgebers“. Das wollte auch Dag Neumeuer vermeiden. Sein Rat darum: „Die Chemie muss stimmen. Ich rate allen, lieber einen kleinen, fairen Venture-Capital-Geber zu suchen, als sich einem auszuliefern, der dem Unternehmer keine Rechte mehr lässt“. Michael Ruiss, Vorstandsprecher der Humatrix AG in Frankfurt, hatte darum komplett auf VC verzichtet: „Der Preis wäre zu hoch gewesen“, sagt er. „Die Bedingungen waren zu schlecht. Uns wurde dann privates Kapital geboten. Wir haben unserem Kapitalgeber gegenüber überhaupt keine Verpflichtungen“. So viel Glück kann nicht jeder haben. „Kleine und mittelständische Unternehmen werden in Zukunft verstärkt auf Wagniskapital oder Private Equity zurückgreifen müssen“, glaubt Marion Schink. Private Equity funktioniert im Prinzip wie Venture Capital. Es wird aber nur in Unternehmen investiert, die sich bereits am Markt etabliert haben. Wer auf VC angewiesen ist, muss es allerdings richtig angehen. Rainer Mauer rät Firmengründern, die sich über Risikokapital finanzieren wollen, sich gut vorzubereiten, bevor sie Kapitalgeber ansprechen: „Das Geschäftsmodell ist sehr wichtig. Es sollte einen möglichst großen Markt bedienen“. Zusätzlich spiele auch die Integrität der jungen Unternehmer eine große Rolle: Haben sie Branchenerfahrung? Genügend Fachwissen? Einen überzeugenden Lebenslauf? „Der Business Plan muss außerdem gut durchdacht sein“, fährt er fort. „Und die Unternehmenspräsentation beeindrucken“. Stimmten alle diese Faktoren überein, dann schauten sich sowohl Business Angels als auch Venture-Capital-Geber ein Unternehmen gerne genauer an. Trotzdem muss jedem Unternehmer klar sein, dass Risikokapitalgeber nur selten einen Mittelständler aufbauen möchten. „Die Existenzgründung darf nicht der Selbstverwirklichung dienen“, erklärt Patrick Meininger von Wellington Partners. Der Unternehmer muss Geld verdienen wollen. Sein und unser Ziel ist es, eine Firma aufzubauen und sie entweder an die Börse zu bringen oder gewinnbringend zu verkaufen“. Wer sich mit diesem Gedanken anfreunden kann, hat gute Aussichten: „Die Stimmung unter den VC-Gebern ist gut“, sagt Meininger. Und Ute Günther von BAAR fügt hinzu: „Es geht bergauf!“ Hilfe aus dem Netz Business-Angels: Homepage des Business Angels Netzwerks Deutschland – mit Business Angels Pool und Mustervertragswerk. Glossar Sprechen Sie VC? Business Angles: aus dem Geschäftsleben ausgeschiedene Manager, Geschäftsführer oder Selbstständige, die sich der Förderung von jungen, innovativen Unternehmen widmen.
Business Plan: Geschäftsplan eines Unternehmens, in dem Konzept, Marktpotenzial, Strategie und Kapitalbedarf aufgeführt sind. |
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