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Deutsche Börse AG Aktie

US-Handelsplattform soll Umsätze der Deutschen Börse AG beflügeln

Als Wertpapier ist die Deutsche Börse AG immer noch ein Neuling. Gut drei Jahre ist das Debüt der Frankfurter her. Seitdem wurde viel erreicht. "Sie ist effizienter geworden und konnte vor allem einiges an Kapital gewinnen, um zu investieren", meint Konrad Becker, Analyst bei Merck Fink. Zum Beispiel in die USA. Seit Februar dieses Jahres gibt es eine Handelsplattform der Eurex in Amerika. "Hier könnte noch Wachstumsphantasie liegen", meint Anlageexperte Olaf Kayser von der Landesbank Rheinland Pfalz (LRP). Daß sich die Deutsche Börse immer mehr als internationales Unternehmen sieht, machte Vorstandschef Werner Seifert bereits auf der diesjährigen Hauptversammlung deutlich. Bisher kostet das US-Engagement die Deutsche Börse allerdings nur Geld. Es wurden über 30 Mio. Euro investiert und die Betriebskosten pro Quartal liegen bei rund fünf Mio. Euro. Hoffnung gibt seit Oktober der sogenannte Global Clearing Link. Bedeutet, daß amerikanische Kunden ihre Geschäfte an der Derivatebörse Eurex direkt in den USA abrechnen können, was für sie günstiger ist.

Positive Signale und Wachstumsschübe sind jedoch frühestens fürs vierte Quartal oder 2005 zu erwarten. Für die Neunmonatszahlen, die die Deutsche Börse am kommenden Dienstag vorlegt, sehen die Analysten einmütig schwarz. "Es gab zu wenig Bewegung am Markt, also auch zu wenig Handel", meint Fink. Er rechnet mit 343 Mio. Euro Umsatz und damit mit einem deutlichen Rückgang um fünf Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Der Merck Fink Analyst bewertet den Titel der Deutschen Börse mit "Halten" und gibt sein Kursziel mit 45 Euro an. Die Aktie wird aktuell für knapp 40 Euro gehandelt. Auch die Analysten von Morgan Stanley haben ihr Kursziel wegen der nachlassenden Umsatzdynamik von 49 Euro auf 47,50 Euro gesenkt. Dennoch hält Morgan Stanley die Aktie für einen der interessantesten Werte im Sektor. Der Markt unterschätze Faktoren, wie den wachsenden Marktanteil der Eurex, das Potential der Deutsche Börse-Tochter Eurex US bei amerikanischen Investoren und die Kostenkontrolle.

Auch die Mehrheit der von Bloomberg befragten Analysten glaubt an eine positive Zukunft des Titels. Über 80 Prozent empfehlen die Aktie zum Kauf und viele halten Kursziele über 50 Euro für realistisch. Analyst Becker bleibt skeptisch: "Ich bin nicht ganz so optimistisch wie meine Kollegen, weil ich erst mal sehen möchte, was passiert. Die Erwartungen und Hoffnungen reichen mir nicht aus". Und tatsächlich, der Wachstumsbringer Eurex US muß noch einige Hürden überwinden. Erst wenn die amerikanischen Behörden einwilligen, kann der zweite Schritt des Global Clearing Links umgesetzt werden. "Dann wird es richtig interessant", meint LRP-Analyst Kayser. Mit der Neuerung nämlich können die Marktteilnehmer in den USA und Europa 21 Stunden lang handeln. Ohne doppelte Gebühren zu zahlen. Aber Vorsicht: "Die Konkurrenz in Amerika schläft nicht", sagt Analyst Fink. Die Chicagoer Börse hat längst mit Preissenkungen auf den neuen Wettbewerber reagiert und wird sicherlich dem Global Clearing Link nicht tatenlos zusehen. Ob das Wachstum aus Amerika kommt oder nicht, wird das kommende Jahr 2005 zeigen.

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(Artikel von: 24.08.2005, linpan)