[Home]>

Dividendenpoker zwischen den Erzrivalen Eon und RWE

Machtspiele unter alten Rivalen: Deutschlands größter Energiekonzern Eon wird bei der Vorlage seiner Jahresbilanz vor allem wieder eins wollen, seinen Versorger-Konkurrenten RWE übertrumpfen.

"Besonders spannend wird die Dividendenpolitik von Eon", meint Analyst Theo Kitz vom Privatbankhaus Merck Finck. Mit der Dividendensteigerung um 20 Prozent auf 1,50 Euro habe RWE eine "Steilvorlage" geliefert. Eon werde mindestens nachziehen, vielleicht auch stärker erhöhen. "Bei den beiden Energie-Riesen geht es immer darum, wer vor den Investoren besser dasteht", sagt Anlageexperte Kitz. Eon-Aktionäre können sich also auf eine Dividende von 2,40 Euro oder mehr freuen. Damit läge auch die Dividendenrendite des Branchenprimus mit 3,5 Prozent leicht über dem Wert des Essener Konkurrenten.

Der kalte und lange Winter in Europa bescherte den Energieversorgern höhere Gewinne. Daher sind sich die Analysten einig, daß von Eons Jahresbilanzvorlage am Donnerstag nur gute Zahlen zu erwarten sind. Der Konsensus für das geschätzte Ebit liegt mit 7,3 Mrd. Euro deutlich über dem Vorjahreswert (6,3 Mrd.). Ingo Becker von Kepler Equities ist sogar noch optimistischer und peilt knapp 7,4 Mrd. Euro an. Analyst Becker hält den Eon-Titel für einen "Kauf" und liegt damit auf einer Linie mit der Mehrheit seiner Kollegen. Aktuell läuft es für das Dax-Schwergewicht Eon so gut, daß kein Experte den Wert abstoßen würde.

Karin Brinkmann von Hypo-Vereinsbank Research stuft den Energietitel sogar mit "Outperform" ein und gibt ihr Kursziel mit 80 Euro an. Zurzeit wird die Aktie mit rund 68 Euro an der Börse gehandelt.

Das - noch zu verabschiedende - Energiewirtschaftsgesetz und die damit verbundene Regulierungsbehörde für den deutschen Energiemarkt wird die Arbeit der Versorger nachhaltig verändern. Ein Thema, das auf Bilanzpressekonferenz wahrscheinlich heiß diskutiert wird. Analysten rechnen damit, daß die Regulierer ihre Arbeit frühestens im Sommer aufnehmen. "Spätestens dann werden die Margen der Energieunternehmen stark unter Druck geraten", meint Merck Finck Experte Kitz. Besonders spannend wird sein, wie Eon-Chef Wulf Bernotat die Auswirkungen der Behörde beurteilt. Bisher hatte der Energie-Riese immer betont, keine Angst vor Regulierung zu haben. Dennoch ist klar, daß das Gewinnwachstum deutlich abnehmen dürfte. Ebenfalls gespannt blicken die Analysten auf den neuen Gewinnausblick des Eon-Chefs. Da die für 2006 angepeilten Ertragsziele bereits erreicht sind, muß Eon-Lenker Bernotat neue Zukunftspläne schmieden.

Den neuen Investitionsplan für die kommenden drei Jahre hatte der Energiekonzern bereits im Dezember 2004 vorgelegt. Eon will insgesamt 18,7 Mrd. Euro vor allem in die Stromnetze investieren.

Weitere nützliche Links:
Alles über Vermögensverwaltung:Informationen über obligationen, finanzmärkte,derivate.
Halbeinkünfteverfahren: Steuern auf Dividenden

(Artikel von: 24.08.2005, linpan)