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Fluglinien-Aktien im freien FallTrotz sinkender Ölpreise schlechte Aussichten für amerikanische Fluggesellschaften Kein Anleger hatte so schnell damit gerechnet: Mit Preisreduzierungen um über 50 Prozent für den Heimatmarkt hat Delta Airlines einen Preiskampf unter den US-Fluggesellschaften gestartet und Investoren sowie Analysten überrascht. Reihenweise stürzten die Kurse großer US-Fluglinien ab. Am stärksten fiel die Aktie der Northwest Airline mit einem Minus von fast elf Prozent. Auch der Kurs von American Airlines gab um knapp zehn Prozent nach. Bei United, Delta, Continental und US Airways waren es immerhin noch Kursrückgänge um über fünf Prozent. Viele Investoren hatten die Lust an den amerikanischen Airline-Titeln verloren. Bei Anlegern geht die Angst vor einem aggressiven Preiskampf mit sinkenden Einnahmen um: "Wenn die anderen Fluglinien in den Unterbietungskampf einsteigen, kann das schreckliche Auswirkungen auf die Gewinne der ganzen Branche haben", sagt Morgan Stanley-Experte William Greene. "Wir halten Umsatzrückgänge in Höhe von drei bis vier Milliarden US-Dollar in der gesamten Branche für realistisch", rechnet Greene vor. Delta - die Nummer Drei unter den amerikanischen Airlines - verteidigt ihre Strategie dennoch gegen die Kritik der Branche. Sie sei ein Befreiungsschlag gegen die Konkurrenz der Billigflieger von Southwest und Jet Blue. Diese hatten im vergangenen Jahr trotz hoher Ölpreise Millionengewinne erwirtschaftet. Doch Experten sind skeptisch, ob die Rechnung aufgeht: "Das jetzt vorgestellte Preissystem wird Delta nicht den erhofften Kundenzuwachs bringen, um es langfristig mit den Billigkonkurrenten aufnehmen zu können", sagt Analyst Roger King. Außerdem ist die größere Wettbewerbfähigkeit von Delta gegenüber Southwest und Jet Blue nur die eine Seite. Jahrelang leidet die amerikanische Flugbranche nun schon unter Überkapazitäten und hohen Schulden. Besonders seit dem 11. September 2001 haben die sechs großen Airlines Probleme ihre Maschinen voll zu bekommen. Damit die Gesellschaften rentabel sind, müßten ihre Flieger zu rund 80 Prozent ausgelastet sein. Aktuell sind es gerade mal 70 Prozent. "Durch die anhaltenden Überkapazitäten sind die Schulden in der amerikanischen Flugbranche sehr hoch", sagt Per Ola Hellgren, Analyst bei der Landesbank Rheinland Pfalz. Seit dem 11. September 2001 summieren sich die Verluste der Branche auf 20 Mrd. Dollar - allein in den USA. Analysten sehen im neuangefachten Preiskampf der US-Fluglinien keine Gewinner unter den großen Gesellschaften. Niedrige Kampfpreise seien die falsche Medizin, um die Misere der Branche zu beheben. In erster Linie schade sich Delta mit den Dumpingpreisen selbst. Aber auch die Mitbewerber leiden. "Obwohl der Ölpreis wieder fällt, bleibt es schwierig, optimistisch für die Aktien der großen US-Fluglinien in die Zukunft zu blicken", sagt Michael Linenberg von Merrill Lynch. Er stufte die Delta-Papiere in einer ersten Reaktion von "neutral" auf "verkaufen" herab. Die Titel von Northwest und American senkte er von "kaufen" auf "neutral". Die höchsten Umsatzeinbußen für 2005 erwartet Linenberg mit jeweils 600 Mio. Dollar bei American und bei Delta. Am härtesten könnte Deltas Angriff jedoch US-Airways treffen. Die beiden Gesellschaften haben die größten Überschneidungen von Flugstrecken. US-Airways könnte durch den Preiskampf sogar langfristig vom Markt gedrängt werden. Der Lufthansa-Partner ist schon geraume Zeit unter Druck und kann den Betrieb nur aufrechterhalten, weil er wiederholt unter den Schutz des amerikanischen Konkursrechts geflüchtet ist. Eine amerikanische Besonderheit erlaubt zahlungsunfähigen Fluggesellschaften eine Restrukturierung unter Regierungsschutz. Weitere nützliche Links: |
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