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Gerling schreibt wieder schwarze Zahlen

Umstrukturierung zeigt Erfolge - Nach verlustreichen Jahren hofft der Versicherer auf bessere Bonitätsbewertung

Einer der drei größten Industrieversicherer Deutschlands, Gerling, hat 2003 überraschend den Sprung in die Gewinnzone geschafft. Die neue Holding, die Gerling Beteiligungs-GmbH (GBG), erwirtschaftete einen Konzerngewinn von 125 Mio. Euro. Im Vorjahr hatte das Unternehmen noch einen Verlust in Höhe von 371 Mio. Euro eingefahren.

Für das laufende Jahr kündigte Vorstandschef Björn Jansli einen Gewinn in Höhe des Vorjahresniveaus an. Gerling stehe nach dem Umbau gesund da, sagte der Sanierer. Mittelfristig will Jansli, der seinen Posten im März 2003 übernommen hat, eine Eigenkapitalrendite von 15 Prozent erreichen.

Das Prämienvolumen schrumpfte 2003 allerdings um rund zehn Prozent auf 4,3 Mrd. Euro (2002: 4,8 Mrd. Euro). Grund seien "unbefriedigende Ratings" der Finanzagenturen vor allem im ersten Halbjahr gewesen, sagte Jansli. "Das war von eklatanter, negativer Bedeutung für uns."

Angesichts der guten Unternehmensentwicklung ist der Norweger aber zuversichtlich, dass die Ratingagentur Standard & Poor's ihre Bonitätseinstufung innerhalb der nächsten sechs Monate erhöhen wird: "Aus unserer Sicht sind wir auf dem Kurs zurück zu einem A-Rating. Ich bin überzeugt, dass es dieses Jahr noch eine Verbesserung gibt." Grund ist die bessere Eigenkapitalausstattung des Konzerns. Das Eigenkapital stieg 2003 von 909 auf 970 Mio. Euro. Alle Teile des Konzerns erfüllten jetzt die Anforderungen für die Finanzausstattung der Versicherungsaufsicht (Bafin). Die Sachversicherungssparte Gerling Konzern Allgemeine (GKA) hat ihre Kapitalsituation sogar derart verbessert, dass sie nach den Kriterien von S&P ein "AA" Rating bekommen müsste, der Konzern liegt knapp darunter.

Der Kölner Konzern will seine traditionelle Sparte Industrieversicherungen in den kommenden Jahren stark ausbauen und seine Geschäfte mit der privaten Altersvorsorge ausweiten. Durch eine Konzentration auf Deutschland und Europa solle Gerling zu einem führenden Industrieversicherer werden. "Die Basis dafür haben wir gelegt", sagte Wolfgang Breuer, als Vorstand zuständig für Sachversicherungen.

Der Gerling-Konzern war im Krisenjahr 2002 durch seine schlechte Eigenkapitaldecke in Bedrängnis geraten, so dass S&P die Bonität der Kölner nur noch mit einem "BBB"-Rating bewertete. Gerling hatte sich durch den Kauf eines amerikanischen Rückversicherers übernommen. Das gesamte Rückversicherungsgeschäft musste abgetrennt werden und befindet sich mittlerweile in der Abwicklung.

Als zweiter schmerzhafter Schnitt folgte der Verkauf der Kreditversicherung. Parallel wurden die von der Obergesellschaft koordinierten Geschäfte der Erstversicherungen Leben und Sach verselbstständigt, um die Voraussetzungen für ein besseres Rating zu schaffen. In dieser Radikalkur wurde der gesamte Konzern 2003 innerhalb weniger Monate völlig umgebaut. Das Prämienvolumen von elf auf 4,4 Mrd. Euro verkleinert und die Belegschaft von 13 000 auf 7000 fast halbiert.

Weitere nützliche Links:
Versicherungen, Kapitalanlagen und Finanzierungen von Gerling
Versicherung: vergleich

(Artikel von: 25.08.2005, linpan)