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Mit neuen Produkten kann IBM Konkurrenten Marktanteile abjagen

Analystenmehrheit empfehlen IBM Aktie

Nach einem mageren Jahr überwiegen die guten Nachrichten für Anleger beim US-Computer-Konzern IBM. Gut fürs Image: Seit Anfang des Monats produzieren die Amerikaner wieder den schnellsten Supercomputer der Welt. Der Prototyp des "BlueGene/L" kam in einem Langzeittest auf 36 Teraflops, also 36 Billionen Berechnungen pro Sekunde. Damit überholt er den bisherigen Spitzenreiter "Earth Simulator", der von NEC in Japan gebaut wurde. Die Japaner hatten für Aufsehen gesorgt, weil sie die jahrelange Vorherrschaft von IBM bei den schnellsten Rechnern durchbrochen hatten.

Gut für den Absatz: Ab Dezember 2004 verkauft IBM mit "DS 6000" und "DS 8000" neue Plattenspeicherlösungen für Unternehmen. "Damit hat IBM wichtige neue wettbewerbsfähige Produkte und wird seinen Konkurrenten EMC Corporation und Hitachi Data Systems Marktanteile abjagen können", sagt Lehman Brothers-Analyst Harry Blount. Obwohl er den Titel mit "Neutral" bewertet, erwartet er für das dritte Quartal einen Gewinn pro Aktie von 1,15 US-Dollar und liegt damit leicht über dem Durchschnitt von 1,14 US-Dollar.

Von den Neun-Monatszahlen, die das US-Unternehmen am Montag vorlegt, erwarten die Analysten keine großen Überraschungen. Richard Gardner von der Citigroup rechnet mit einem Umsatz zwischen 23,4 und 23,6 Mrd. US-Dollar, was dem Konsens entspricht. Gegenüber dem Vorjahr wäre das eine Steigerung um rund sieben Prozent. UBS-Computeraktienexperte Michael Lew führt das vor allem auf die verbesserten Softwareverkäufe zurück. Einig sind sich die Analysten, daß der Computer-Titel bei einem aktuellen Kaufpreis von rund 84 Dollar deutlich unterbewertet ist. Rund zwei Drittel der von Bloomberg befragten Experten empfehlen die Aktie zum Kauf. Ihre Kursziele liegen alle über 100 Dollar, Merrill Lynch hält sogar eine Steigerung auf 110 Dollar innerhalb der nächsten zwölf Monate für möglich.

Einziger Grund für Sorgenfalten bei IBM sind die Buchungen. Die Citigroup hat ihre Prognose für den Wert der Service-Buchungen im dritten Quartal von 14 Mrd. auf zehn Mrd. US-Dollar nach unten korrigiert. Wenn sich diese Zahlen bestätigen, werden die Buchungen auf das gesamte Jahr gesehen um 20 Prozent zurückgehen. "Vor diesem Hintergrund erscheinen uns die Konsens-Umsatzerwartungen für 2005 zu aggressiv", sagt Citigroup-Analyst Gardner. Sein Institut hat die Prognosen nach unten korrigiert. Dennoch überwiegen die positiven Aussichten.

Auch weil Outsourcen wieder in ist. Davon kann IBM profitieren. Viele Unternehmen wie Banken und Versicherungen beginnen wieder, ihre Großrechner auszulagern, um zu sparen. Teilweise werden dabei ganze Abteilungen wie Buchhaltung oder Rechnungswesen mit ausgegliedert. Die Deutsche Bank beispielsweise hat ihre europäischen Rechenzentren für die nächsten zehn Jahre für 2,5 Mrd. Euro an IBM ausgelagert. Ein großes Umsatzpotential für IBM.

Weitere nützliche Links:
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(Artikel von: 25.08.2005, linpan)