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Handheld mit Linux-Qualitäten

Ein silbern-metalic Chassis, kompakt und platt wie eine Flunder: Der Sharp SL-5500 G-Organizer ist schon vom Äußeren her ein schnittiger Begleiter. Und auch im Inneren verbirgt sich eine kleine Sensation: Ein Betriebssystem auf Linuxbasis verwaltet die Kontakte.

Erster Eindruck beim Hochladen

Cool glänzt er in der Hand, der etwas kleine Kontakstift unterstützt das markante Design. Nur die matt-durchsichtige Schutzklappe für das Display wirkt dagegen etwas billig. Das "Personal Mobile Tool" lässt sich dabei mit einem Handgriff verlängern, zum Vorschein kommt dann eine vollwertige Buchstabentastatur, die Tasten sind hart im Nehmen und deshalb gut zu gebrauchen. Ist allerdings nichts für dicke Finger. Auch die Navigationstasten sind etwas zittrig, aber ausreichend groß. Einige sehr klar strukturierte Bildschirme in deutscher Sprache führen durch die erste Installation des PDA. Dann erscheint der Startbildschirm, der an das PalmOS erinnert, aber schönere Logos bietet.

Display

Leise knackert der Stift über das harte Display, welches allerdings nicht entspiegelt ist, aber sehr kontaktsensitiv: Da erkennt der PDA genau und schnell, was der Nutzer von ihm will. Außerdem: Auch der Kontrast und die Farbtiefe ist toll.

Ladegeschwindigkeit

Im Gegensatz zur Konkurrenz sind die Programme nicht gerade zackig da, aber doch immer noch ausreichend flott. Der interne Prozessor StrongARM bietet mit 206 Megahertz nicht die beste Geschwindigkeit, die heute auf dem Markt erhältlich ist. Insgesamt aber ausreichend für ein gutes Gefühl beim Eintippen.

Zubehör

Neben der Docking-Station wird eine einlegbare Batterie und ein extra Aufladegerät mit passendem Landesstecker mitgeliefert. Das beste und ausführlichste Handbuch im PDA-Test bietet der Organizer ebenfalls, sehr hilfreich für den Einsteiger in das Betriebssystem. Die Docking Station wird dabei mit einem USB-Kabel an den Computer angeschlossen und verwendet als Stromversorgung ebenfalls das Ladegerät.

Ausbaufähigkeit

GPRS, GSM, Bluetooth und Wireless LAN - alles angeblich kein Problem für den Sharp PDA. Dazu muss allerdings ein Steckmodul erworben werden, welches leider selbst auf der offiziellen Website von Sharp nicht näher beschrieben wird. Auf der Portalseite http://www.zaurus.de sind zumindest bereits eine Modem- und eine WLAN-Karte durch Drittanbieter aufgelistet, sie werden über den CF-Slot integriert. So oder so: Auch UMTS ist dann nur eine weitere mögliche Verbindungstechnologie - der Sharp wird auch dies mit der entsprechenden Aufrüstung problemlos beherrschen, so zu einem "Smartphone" umfunktioniert. Vorausgesetzt, Drittanbieter würden eine entsprechende Erweiterung anbieten. Sharp ist jedenfalls nach eigenen Aussagen daran interessiert, einen entsprechenden Softwaretreiber zu entwickeln.

Betriebssystem

Das Linux-Betriebssystem ist spitze. Es erinnert in der Ansicht an den Konkurrenten PalmOS, hat aber einige interessante Navigationsunterschiede. Kein Konkurrent erlaubt einen derart einfachen Aufbau der Internetverbindung. Mit wenigen Klicks ist alles eingerichtet, jeder Anfänger kann damit ohne Probleme umgehen. Der interne Opera-Browser hat eine Schwäche: Er zeigt Internetwebsites in ihrer ganzen epischen Breite an, da hilft nur ein Umstellen der Ansichtsgröße.

Sharp Zarus SL-5500G - Technische Daten

  • Preis: 400 Euro
  • Prozessor: StrongARM, 206 Mhz
  • Betriebssystem: Linux 2.4 (Embedix/Qtopia/Personal Java)
  • Display: 3,5-inch reflektives TFT-Farb-LCD (QVGA), 240 x 320 Punkte (65.536 Farben)
  • Speicher ROM: 16 MB Flash für OS, RAM: 64 MB (SDRAM)
  • Größe + Gewicht: Bei geschlossener Tastatur: 74 x 138 x 18 mm ( BxHxT), 194 g (inkl. Batterie)
  • Anschlüsse: CF-Typ II, SD-Karteneinschub, Infrarot IrDA 1.2. (115kbs), USB + seriell (über Dockingstation), Stereo Kopfhörerbuchse
  • Zubehör: Docking-Station, Handbuch, Starterhandbuch, Starterblatt, Stromadapter mit Landeskabel, einlegbare Batterie, Software auf CD-ROM
  • Website: http://www.sharp.de

Fazit:
Der Sharp Zaurus 5500 G ist ein toller PDA, der es auch dank des ausgereiften Linux-Betriebssystems locker im Anwendungskampf mit den Pocket- und Palm-Organizern am Markt aufnehmen kann. Wer Angst hat vor der Synchronisation: Normalerweise kommuniziert der PDA vorzüglich mit dem Windows-PC, im Test ergaben sich allerdings Installationsschwierigkeiten. Weiteres Manko: Die Geschwindigkeit lässt noch zu Wünschen übrig - der interne Prozessor ist nicht mehr der schnellste am Markt. Zu guter Letzt: Auch für die Zukunft ist der Zaurus dank des offenen Hardware- und Softwarekonzepts gut gerüstet.

Positiv:

  • tolles Betriebssystem, das beste im Test
  • sehr gute Internetintegration
  • edles Design

Negativ:

  • im Test sorgte die Installation der Synchronisation mit dem PC für Probleme
  • nicht entspiegeltes Display
  • langsamer Programmaufruf

Linktipps:

(Artikel von: 10.11.2002, Jörg Stroisch)

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