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Mobil surfen mit Kleinstcomputern

Die kleinen Mitnehm-Computer sind flippig und in: Immer häufiger gibt es sie nicht nur für Business-Männer in Nadelstreifen, sondern auch für den "Otto-Normal-Verbraucher". Die Preise gehen dabei gewaltig auseinander: Zwischen 100 und 1000 Euro kosten die Geräte im Test.

Typfrage Organzier

Ein bisschen kommt es auch auf den persönlichen Geschmack und Verwendungszweck an, welche Geräte eher ins Auswahlportefolio fallen. Mit Tastatur oder ohne, mit integriertem Handy (Smartphone) oder ohne - oder eine Kombination: Alles ist möglich. Die reinen Handheldcomputer, die nur noch eine Tastatur bieten, sind auf jedem Fall auf dem Rückzug: Nur noch das Testgerät von Nokia verfügt über einen Touchscreen, der nicht kontaktsensitiv mit einem Stift bedient wird.

Gerüstet für die Zukunft

Die Technik setzt dabei ganz unterschiedliche Maßstäbe: Gute Displays und schnelle Prozessoren, flexible Ausbaumöglichkeit und das Betriebssystem bestimmen den unterschiedlichen Preis. Festzuhalten ist, dass zumindest die bei dem Betriebssystem Microsoft Pocket PC nicht unbedingt 400 Megahertz schnell sein müssen, da das Betriebssystem dies nicht unbedingt ausreizt. Da reicht auch ein 250-Megahertz-Prozessor, der dann noch einmal Geld spart. Insbesondere ist natürlich auch die Verwendbarkeit von unterschiedlichen Funktechnologien interessant: GSM/GPRS-Funkmodule sind dabei durchaus gängig, auch als Ausbau erhältlich. Bluetooth und WLAN gibt es auch, kosten aber meist kräftig mehr. Allerdings: Gerade für die Smartphones gibt es ein Problem in bezug auf UMTS. Sie werden diesen Standard vermutlich nicht unterstützen, weil sie dazu technisch völlig erneuert werden müssten. Einige der normalen Organizer - so die getesteten Geräte von Compaq, Toshiba und Sharp - sind zumindest theoretisch technisch auf UMTS erweiterbar, da dort die benötigte Funkverbindung sozusagen per Card oder per "Jacket" in das Gerät eingesteckt wird. Alle Hersteller wollen sich darauf aber noch nicht festlegen, zu weit steht Start und Durchsetzung von UMTS noch in den Business-Sternen.

Intuitive Benutzerführung

Wer hat schon Lust, ellenlange Nutzerhandbücher durchzuarbeiten? Ein PDA sollte sofort nach dem Anschalten intuitiv bedienbar sein. Im Test wurden hier vor allem die generelle Softwareausstattung und die Einrichtung des Internetzugangs und E-Mail-Accounts geprobt. Gleich vier Betriebssysteme buhlen dabei um die Gunst des Nutzers: Palm OS, Microsoft Pocket PC, Symbian Epoc und Linux. Zu 100 Prozent überzeugen konnte dabei kein System, wenn auch interessanterweise das Linux-System gegenüber den Konkurrenten deutlich im Handhabbarkeitsvorteil ist. So oder so: Insbesondere das Pocket PC- und Palm OS-Betriebssystem bieten zahlreiche Erweiterungen, die im Internet heruntergeladen werden können. Auch Epoc und Linux sind mit von der Partie, allerdings nicht in diesem Umfang. Diese Programme müssen eigenständig installiert werden - sie werden deshalb im Test nicht berücksichtigt.

Fazit:
Richtig gute Geräte kosten richtig Geld. Letztendlich ist es eine Typfrage, welches Gerät die richtige Wahl ist: Einsteiger, die nur ein paar Kontakte und Termine abspeichern wollen, sind schon mit dem Palm Zire für rund 100 Euro sehr gut bedient. Im teureren Preissegment fallen besonders Toshiba und Compaq mit exzellenten Wahlmöglichkeiten in bezug auf die Hardwareausstattung auf, beide Firmen arbeiten mit dem Microsoft Pocket PC-Betriebssystem. Das Palm OS 4.1 ist veraltet, kommt aber noch in den getesteten Handspring- und Palm-Geräten zum Einsatz. Bevor hier viel Geld investiert wird, sollte doch lieber die neue Generation des Betriebssystems abgewartet werden. Der Handspring Treo überzeugt zumindest durch eine sehr kompakte Ausstattung, ist dann aber wegen UMTS gleich wieder ein technisch veraltetes Gerät. In der Praxis ist das nicht das ganz große Problem: Die herkömmlichen Funkstandards werden noch sehr lange Gültigkeit behalten, UMTS hingegen lange auf eine wirklich umfassende Verfügbarkeit warten müssen. Geht es um Intuition in Sachen Handhabbarkeit, dann ist das Linux-System, welches im Sharp Zaurus zum Einsatz kommt, eindeutig im Vorteil. Auch hier ist ein Ausbau zum Smartphone kein Problem, wenn auch nicht gerade billig.

(Artikel von: 11.10.2002, Jörg Stroisch)

PDA-Test
Siemens SX 45
Palm Treo 270
Nokia Communicator 9210
Sharp SL-5500 G
T-Mobile und O2 MDA
Toshiba e740
Palm Zire
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