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Der Newsletter hat ernstzunehmende Konkurrenz bekommenNachdem Viren und Spammer das Vertrauen der Internet-Nutzer in den Newsletter nahezu zerstört haben, gewinnt die vor allem von Webloggern erprobte RSS-Technologie als Alternative zusehens an Popularität. Sowohl die geschäftliche als auch die private Kommunikation per E-Mail leiden spürbar unter dem wachsenden Spam-Aufkommen. Obwohl unangeforderte und unerwünschte E-Mails gegen die deutsche Rechtsprechung verstoßen, erreicht uns täglich eine Flut von Datenmüll; nicht selten gelangen damit auch Viren, Würmer oder Trojaner auf den PC. Der Einsatz von Filtern mag zwar das Schlimmste verhindern, doch ist ein nicht unerheblicher Pflegeaufwand zum Ausfiltern von Spam nötig. Manchmal bleiben trotz aller Sorgfalt auch erwünschte Nachrichten im Filter hängen, wenn Firewalls und Filterprogramme die Mails fälschlich als Spam kennzeichnen. Eine gemeinsame Studie von Osterman Research, Inc. und BorderWare Technologies Inc. belegt, dass Content-Filter für eingehende und ausgehende Nachrichten nur eine weitere Belastung für die KommunikationsInfrastruktur darstellen (Quelle: Ibusiness.de, 26.11.03). Auf Erprobtes setzen nun immer mehr Unternehmen und informieren ihre Kunden per RSS. RSS-Feed als Alternative zum Newsletter RSS ist ein Standard, um Textinformationen für andere Rechner zur Verfügung zu stellen. Weblog-Publizisten arbeiteten seit jeher mit RSS-Nachrichten (auch News-Feed, RSS-Feed genannt). Sie veröffentlichen ihre Beiträge in einer Art öffentlichem Tagebuch. Die Abkürzung RSS steht für "Rich Site Summary", "RDF Site Summary" oder auch "Really Simple Syndication". Die unterschiedlichen Bezeichnungen und Dateinamen (z.B. "xml", "rdf", "rss") haben ihren Ursprung in der Entstehungsgeschichte. In den letzten zwölf Monaten nahm die Verbreitung von RSS rasant zu. Anhand der Funktionsweise wird deutlich, warum immer mehr News-Anbieter und -Leser mit RSS liebäugeln. Appetits-Häppchen Unternehmen, Redaktionen, Weblog-Publizisten und Webmaster stellen auf ihrem frei zugänglichen Webserver Nachrichten zum Abruf bereit. Die News werden in eine kleine XML-Datei geschrieben. Die XML-Datei enthält in der Regel zunächst nur den Titel der Meldung, den Anreißer und einen Hyperlink zum Volltext. Sie kann zusätzlich durch den Namen des Autors, das Datum der Veröffentlichung sowie Links auf Grafiken vervollständigt werden. Die Datei mit den „Appetizern“ ist relativ klein und verursacht wenig Traffic. Der Leser holt sich, worauf er „Appetit“ hat: aktuelle Meldungen, Kommentare, Fachinformationen, Blog- Einträge, Linksammlungen, Tipps usw. Der Nachrichten-Anbieter orientiert sich bei der Auswahl der Inhalte an den Bedürfnissen seiner Leser bzw. Kunden. Lesehilfe Im Unterschied zu einer gewöhnlichen Webseite kann eine RSS-Datei von anderen Programmen gelesen und weiterverarbeitet werden. Zum Auslesen der XML-Datei verwendet der Nachrichten-Empfänger einen Reader. Dieses kleine Programm prüft in vordefinierten Zeitintervallen, ob die XML-Datei geändert, also mit neuen Inhalten versehen wurde und holt ggf. die aktualisierte Version ab. Der RSS-Reader wertet die Daten aus und zeigt die neuen Inhalte auf dem Bildschirm des Empfängers an. Interessiert sich der Nutzer für einen Artikel, öffnet er per Mausklick auf den jeweiligen Link den Volltext in einem separaten Browserfenster. Der erste deutsche Newsreader „Newsbee“ stellt die übertragenen Informationen in einem eigenen Viewer im Text- oder HTML-Format dar. Insofern schützt NewsBee vor Viren und Spam. Die Newsbee-Installation ist sehr einfach. Das Programm eignet sich auch für Unternehmensnetze. Die Anpassung an das Firmen-Layout und das Vordefinieren von Kanälen durch den Administrator sind nur einige Features des Programmes. You can always get what you want Mit der entsprechenden Konfiguration des Readers hat der Nutzer in vollem Umgang die Kontrolle über den Nachrichtenempfang. Er trägt im Programm ein, wann woher (URL) welche Informationen eingesammelt werden sollen. Durch einfaches Löschen der Eintragung beendet der Empfänger sein News-Abonnement. Diese Art des Datenaustausches verzichtet auf die Preisgabe der E-Mail-Adresse oder anderer persönlicher Daten. Mit dem Einsatz von RSS-Feed entfällt der Pflegeaufwand für E-Mail-Adressen, der Sender muss sich nicht mit Rückläufern, Server-Blacklists und Time-Out-Problemen befassen. Das für Newsletter vorgeschriebene Double Opt-in ist für RSS kein Thema mehr. RSS-Feed produzieren Content-Anbieter brauchen sich nicht vor Mehraufwand fürchten, wenn sie den Newsletter gegen RSS-Feed eintauschen – im Gegenteil. Eine XML-Datei kann man ganz einfach mit einem Editor schreiben (siehe Hapkemarketing). Für große Datenmengen kommt diese Option jedoch eher nicht in Frage. Redaktionssysteme und Newsskipts stellen Funktionen zur Verfügung, mit denen der Anbieter automatisch mit einem Website-Update auch eine RSS-Datei generiert oder aktualisiert. Aus Sicherheitsgründen bedenklich Wer die Installation eines RSS-Readers scheut, findet Einbau-Lösungen für Browser und Mailprogramme. Sie führen jedoch Active-X bzw. Programmcode aus, wobei Würmer und Viren den PC infizieren können. Bei einigen RSS-Readern wird zur Anzeige des RSS-Feeds intern der Internet Explorer verwendet, so dass der PC grundsätzlich mit Viren bzw. Würmern befallen werden kann. Vertrauenssache Manche Dienstleister praktizieren ein zweigleisiges Angebot. In welcher Form der Internet-Nutzer „seine“ News bezieht, entscheidet er letztlich selbst. Doch der Trend ist schon jetzt klar: RSS erobert das Online-Marketing. (Artikel von: 17.08.2005, ) |
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