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Mittelständler unterschätzen Terror-RisikenSicherheitsbranche empfiehlt Firmenchefs, für den Notfall Alternativ-Standorte vorzubereiten Wenn aus der Zahl der Anrufe auf den Umsatz der Firma geschlossen werden könnte, dann muss es den Sicherheitsberatern von Leiner & Denzer derzeit sehr gut gehen. Seit der Irak-Krieg begonnen hat, klingelt das Telefon weitaus öfter. Meist sind es Standardfragen: "Manche wollen wissen, ob von außen Viren in die Klimaanlage geschüttet werden können", erzählt Heike van Gend-Denzer, die Geschäftsführerin der Sicherheitsberatungsfirma. Doch es sind eben nicht diese spektakulären Fälle, die Unternehmen in Deutschland jetzt drohen: "Es gibt Gefahren, auf die sich Unternehmen vorbereiten sollten. Und das braucht langfristige Planung." Während fast alle Konzerne Krisenpläne haben, sind die meisten mittelständischen Unternehmen kaum für Krisen gewappnet. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage der Arbeitsgemeinschaft für Sicherheit in der Wirtschaft (ASW), in der sich die großen Wirtschaftsverbände zusammengeschlossen haben. "Auch Firmen, die nicht zum engeren Kreis der gefährdeten Unternehmen wie Fluggesellschaften, Banken oder Chemiekonzernen gehören, sollten sich absichern", sagt ASW-Geschäftsführer Berthold Stoppelkamp. Dabei geht es im ersten Schritt nicht darum, gleich einen Sicherheitsberater zu engagieren. Vielmehr können die Unternehmen zunächst Grundinformationen abfragen, wie sie die ASW und seine angeschlossenen Landesverbände bereitstellen, um ein Bewusstsein für Krisenfälle zu entwickeln. So sollte jedes Unternehmen einen Notfallplan haben. Auch wenn dem ASW zurzeit keine konkreten Bedrohungen für Gebäude, das Internet oder andere elektronische Netze bekannt sind, empfiehlt Stoppelkamp, die Zugangswege zum Unternehmen und den Posteingang schärfer zu kontrollieren. "Dabei darf die Gefahr nicht außer Acht gelassen werden, die von eigenen Mitarbeitern ausgehen kann", warnt er. So könnten Trittbrettfahrer oder Sympathisanten in den eigenen Reihen zum Feind werden. "Diese Bedrohung erscheint mir größer als die von außen", sagt Stoppelkamp. So könnten "Innentäter" beispielsweise per Massen-E-Mails das Buchungssystem eines Flugunternehmens stilllegen, was sofort zu Umsatzeinbußen und Imageschäden führen kann. Während es bei der ASW lediglich Informationen gibt, arbeiten die Sicherheits- und Krisenberater konkret mit den Unternehmen. Mit Krisenplänen, Notfallstäben und simulierten Bedrohungen wie Entführung oder Bombendrohung trainieren sie Firmen für mögliche Gefahren. Diese Dienstleistung kostet je nach Größe des Unternehmens und nach Anbieter zwischen 10.000 und 100.000 Euro. Einer, der damit sein Geld verdient, ist Jörg Trauboth. Der 59-Jährige hat in Sankt Augustin eine auf Sicherheit spezialisierte Unternehmensberatung mit fünf Mitarbeitern und einem internationalen Partnernetzwerk aufgebaut. Außerhalb von Krisen wie dem 11. September oder dem Irak-Krieg beschäftigt sich die Branche der Sicherheitsberater mit Imagekrisen, Produktverunreinigungen und kriminellen Angriffen. Vor allem bei größeren Zwischenfällen, so Trauboth, sei es wichtig, dass zuvor ein Krisenmanager trainiert wurde. "Der muss die Ruhe im Sturm bewahren", sagt der Oberst a. D. der Luftwaffe und frühere Nato-Berater. Außerdem müsse es einen realistischen Evakuierungsplan geben, meint Trauboth. Jeder, der in einer Krise wichtig ist, brauche einen Stellvertreter. "Wer emotional zu betroffen ist, muss raus aus dem Krisenmanagement." Das könne der Fall sein, wenn ein Familienmitglied des Krisenmanagers bedroht wird. Weitere nützliche Links: |
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