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Rat für Bauherren - Immobilienbesitzer bekommen viele Tipps und Unterstützung
Gerhard Glöckler hat noch mal Glück gehabt. Er wollte in Schwend bei
Schwäbisch Gmünd ein Fertighaus bauen lassen. Rund 194.000 Euro sollte
die Immobilie kosten. "Doch plötzlich behauptete der Anbieter, das Haus
sei auf unserem Grundstück nicht baubar", erzählt er. Der
Fertighaus-Hersteller unterbreitete ihm daraufhin ein Angebot mit einem
Haus, das ein Viertel kleiner sein sollte. Nur der Preis blieb gleich
hoch. Glöckler ging zum Verband privater Bauherren und holte sich Rat.
Dadurch hat er etwa 15.000 Euro gespart - und das Haus bekommen, das er
ursprünglich haben wollte.
Glöckler hat es ganz richtig gemacht, denn: "Es ist Wahnsinn,
ein Haus zu kaufen ohne sich von einem Experten beraten zu lassen",
weiß Martin Beukenberg, Rechtsanwalt aus Gelsenkirchen mit Schwerpunkt
privates Baurecht. Einige seiner Mandanten prozessieren wegen
Baumängeln schon seit drei bis fünf Jahren. "Kommt es bei einem
Streitwert von 30.000 Euro nur zu einem Vergleich, muss der Bauherr
rund 3.500 Euro an Gerichts- und Anwaltskosten übernehmen". Die
Baumängel sind dadurch noch nicht behoben.
Beukenbergs
Rat lautet darum: "Wer eine Immobilie kaufen möchte, sollte so früh wie
möglich Fachleute fragen". Das heißt, schon vor der
Vertrags-Unterzeichnung mit dem Bauunternehmer. Rainer Huhle,
Geschäftsführer beim Bauherrenschutzbund (BSB), erklärt, warum das
wichtig ist: "Bei jedem zweiten Bauvertrag sind Vertragsgegenstand und
Leistungsumfang ungenau beschrieben. Fast 90 Prozent der Verträge
bieten keine Fertigstellungs- und Gewährleistungsbürgschaft".
Nachträgliche Vertragsänderungen können Mehrkosten von 5.000 bis 7.500
Euro verursachen. Darum berät der Bauherrenschutzbund Käufer von
gebrauchten Immobilien und Bauherren während der gesamten Bau- oder
Kaufphase.
Rat finden Bauherren auch bei anderen Organisationen. Neben dem BSB,
den Beratungsstellen der Verbraucherzentralen, TÜV, BGI (Beratende
Geologen und Ingenieure) oder DEKRA gibt es drei weitere Verbände und
Vereine, die ein breites Spektrum von den ersten Kauf- oder
Bauüberlegungen bis zur Architekten- und Rechtsberatung, von der
Grundsteinlegung bis zur Gewährleistungspflicht bieten. Sie
unterscheiden sich hauptsächlich in den Zielgruppen.
Der jüngste Verein nennt sich "Wohnen im Eigentum" und ist gerade ein
Jahr alt. Zielgruppe: Selbstnutzer, sowohl Käufer als auch Bauherren,
für die der Verein ein "Rundum-Sorglos-Netzwerk" sein möchte. Gabriele
Heinrich, Geschäftsführerin: "Wir bieten Beratung aus einer Hand". Das
heißt, nicht nur auf Finanzierungs- oder Rechtsfragen antworten,
sondern alle Themen miteinander vernetzt anbieten. Wohnen im Eigentum
ist für seine Mitglieder auch nach dem Einzug in die eigenen vier Wände
Ansprechpartner. Der Verein will bundesweit einen einheitlichen
Qualitätsstandard bieten.
Das ist bei "Haus & Grund" schwierig. Die Regionalbüros
haben verschiedene Angebote und verlangen darum unterschiedliche
Preise. Die Dezentralisierung hat aber auch einen Vorteil: "Wir sind an
Ort und Stelle, und das überall", so Ludger Baumeister, Pressesprecher.
Bei "Haus & Grund" gilt: "Je größer ein Verein, desto mehr
Beratung", sagt er. "Haus & Grund" hat sich auf Eigentümer
spezialisiert, oft sind sie private Vermieter.
Auch der "Verband privater Bauherren" hat Regionalbüros. "Wir arbeiten
mit einem Netzwerk von Experten", so Corinna Merzyn, Geschäftsführerin.
Schwerpunkt des Verbandes: Ein- und Zwei-Familienhäuser und Bautechnik.
"Bei uns sind Bauherren Mitglied von den ersten Überlegungen zum
Hausbau bis zum Ende der Gewährleistungsfrist", erklärt Corinna Merzyn.
Die Berater aller Verbände haften zum Beispiel bei Baubegehungen für
ihre Aussagen mit einer Berufshaftpflichtversicherung. Wer keinem
Verein beitreten möchte, kann den TÜV, BGI oder die DEKRA um Rat
fragen. Der BGI hat sich auf Bestandsimmobilien spezialisiert, TÜV und
Dekra verleihen Siegel, Zertifikate oder Immobilienpässe - teils in
Zusammenarbeit mit Banken. Das kann beim Verkauf der Immobilie Vorteile
mit sich bringen, weil es für den Käufer Transparenz schafft.
Auch die Verbraucherzentralen helfen weiter. Stefan Bentrop,
Referent Bauen und Wohnen beim Verbraucherzentrale Bundesverband in
Berlin: "Die Verbraucherzentralen bieten das Gesamtspektrum Recht,
Technik und Finanzierung an - allerdings nicht überall in gleichem
Umfang". Dafür fasst die Seite www.baufoerderer.de
alle Angebote der Zentralen zum Thema zusammen - inklusive interaktiver
Rechner und einer Suchmöglichkeit nach Sachverständigen. Damit in
Zukunft kein Bauherr oder Immobilienkäufer mehr wegen zu spät erkannter
Mängel vor Gericht ziehen muss. betbla)
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