Let's blog!
Sprache lebt. Ganz deutlich spüren wir das auf unseren Surftripps im Internet. Das Weblog, kurz 'Blog', gehört zu den Begriffen, die wir immer häufiger lesen - ein künstlich erschaffenes Wort aus 'Web' und 'Logbuch'.
Laut einer Studie von Berlecon Research können 63 Prozent der Internetnutzer nichts mit dem Begriff "Weblog"
anfangen. Tauchen wir zur Erklärung also ein in die "Blogosphäre" (Blogosphere). Hier sind wir unter uns und dürfen uns ab sofort "Blogger" nennen.
Wir bloggen. Wir tun also nichts anderes, als eine Webseite aufzurufen, auf der wir unsere Meinung kundtun dürfen. Wir schreiben einen Eintrag, geben (in der Regel) unsere E-Mailadresse ein, klicken auf "Absenden", und die ganze Welt liest mit. Auf diese Weise entsteht eine Art Tagebuch, in dem die einzelnen Einträge umgekehrt chronologisch aufgezeichnet und ggf. kommentiert sind.
Der Spaßfaktor kommt nicht zu kurz, denn Blogs werden zu allen möglichen nur erdenklichen Themen geführt. Sie sind mal ganz privat, dann wissenschaftlich, aufrührerisch, trivial, komisch, politisch oder fachspezifisch, oder sie haben von allem etwas. Zudem kann ein Weblog mit interessanten Links und Grafiken aufgepeppt werden. Das Weblog unterbricht somit die Statik vieler Websites.
Die riesige Themenvielfalt eröffnet neue Wege der Kommunikation und Informationsbeschaffung auch im Business. Nicht verwunderlich also, dass PR- und Marketingleute, Journalisten, Firmen, Organisationen, Gute und Böse, die Vorteile der Blogs entdeckt haben: Aktualität, schnelle Verfügbarkeit von Informationen, zielgruppenorientierte Themenwahl, Kommentarmöglichkeit, Veröffentlichung von Fotos und Links, Abonnement von Einträgen über RSS-Feed und Newslettersysteme. Mit einem Wort: Weblogs sind eine einfache und billige Möglichkeit der Kommunikation.
Zugang zu einem eigenen Blog bekommt man über den Webspace auf anderen Seiten, z. B. auf www.blogger.com/. Man bastelt nicht offline an den Webseiten, sondern editiert das eigene Weblog über den Browser, passt also das Layout und die Funktionen den eigenen Vorstellungen an. Der Autor gibt nun seine Texte ein, die automatisch immer richtig formatiert auf der Webseite platziert werden. Ein anderer Weg zum eigenen Blog sind Server-Systeme, die auf dem eigenen Webspace laufen, z. B. Wordpress.org. Bei beiden Systemen kann man u. a. Beiträge zeitversetzt freischalten, Kategorien festlegen, Kommentare schreiben und Dateien importieren oder mit weiteren Autoren das Blog bearbeiten.
Der erste Blogger ist der Netscape-Gründer Marc Andreesen. Er publizierte im Jahr 1993 "What´s New". Damit wollte er den Surfern eine Orientierung im schnell wachsenden Web bieten.
Der Name "Blog" wurde von dem amerikanischen Programmierer Jorn Barger vergeben. Er dokumentierte seine Aktivitäten im Internet 1997 in einem "Web-Logbuch". In Deutschland trug u. a. Jörg Kantel mit seiner Domain Schockwellenreiter zum Bekanntwerden des Blogs bei.
(Artikel von: 17.08.2005, )